Schweinfurt

1883 entwickelte Friedrich Fischer in Schweinfurt eine Kugelschleifmaschine, mit der die Kugeln nur noch geringe Abweichungen hatten. So wurde die Wälzlagerindustrie geboren. Bis in die Mitte der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts galt: FAG Kugelfischer (Fischer’s Automatische Gussstahlkugelfabrik oder Fischers Aktien-Gesellschaft oder kurz Kufi) war der viertgrößte Wälzlagerhersteller der Weld. Mit der SKF (der Schwedischen KugellagerFabrik) war und ist noch ein weiteres weltweit tätiges Großunternehmen in Schweinfurt ansässig. Wenn man Fichtel & Sachs als Autozulieferer und Motorenbauer (wer kennt nicht die Sachs-Motoren in Mopeds und Mofas?) dazurechnet, hatte Schweinfurt in meiner Jugend mehr Arbeitsplätze zu bieten, als die 50.000 Einwohner.

Da mein Vater bei Kufi gearbeitet hatte, lernten auch ich und meine beiden Brüder dort.

Ich habe rechtzeitig den Absprung ins Gesundheitswesen geschafft, ehe die Erben der Familie Schäfer den Laden in Grund und Boden gewirtschaftet hatten und die Scheffler AG das Unternehmen übernahm.

 

Im 2. Weltkrieg war Schweinfurt eine der am besten gesichertsten Städte, sodass sich die Zerstörung "im Rahmen" hielt. Nur etwa 45% der Stadt war vernichtet. Mit dem Wiederaufbau ließen sich die Schweinfurter Zeit, sodass es nur wenige triste Betonburgen gibt. In den letzten Jahren wurde sehr viel Mühe in die alte Bausubstanz gesteckt. Viele Gassen und teilweise auch mittelalterliche Wehranlagen wiederhergestellt. Ein Streifzug durch diese Viertel lohnt, wie auch der Besuch der Museen. Hier ist das Museum Georg Schäfer an erster Stelle zu nennen. Es bietet die größte Spitzweg-Sammlung weltweit. Auch viele andere berühmte Gemälde hängen in diesem Betonklotz. Ein absolutes Muss!

Wer sich für Werke von Gunter Sachs (ja - Fichtel & Sachs), bzw. für Expressiven Realismus interessiert, wird in der Kunsthalle fündig. Sie ist im ehemaligen Sachs-Bad beheimatet.

 

Kultur? Dazu gehört auch Essen und Trinken. Schweinfurt liegt in Franken und das zieht zwei Dinge hinter sich her: Guter Wein und gutes Essen!

Und Franken ist immer eine Reise wert!

Der Park zwischen Stadtmauer und dem Schweinfurter Stadttheater (welches zu den führenden Theatern im deutssprachigen Raum gehört).

Schweinfurt liegt am Main. Das Gebäude im Vordergrund war ehemals Teil der Stadtbefestigung und eine Mühle. Das Hochhaus im Hintergrund ist das Bürogebäude der SKF.

Der Schrotturm, in dem Schrot hergestellt wurde.

Rund um die Innenstadt gibt es Gässchen und Straßen, die wieder mit einem Hauch von Damals hergerichtet wurden.

 

Im Norden der Stadt, zwischen Hochfeld und Deutschhof gelegen findet sich im Stadtwald der Wildpark. Tiger und Elefanten sucht man dort vergebens, jedoch lohnt ein Besuch allemal, besonders, wenn man mit Kindern unterwegs ist. Besonders lustig ist die Wildschweinanlage geworden und es gibt sprechende Vögel. Der Wildpark ist so beliebt, dass Besucher aus ganz Bayern und Franken (ja ja) kommen.

 

Im damaligen Sommerbad, das nun Silvana heißt, verbrachten wir die Sommer unserer Jugend. Es bietet einen 10-Meter-Sprungturm und Freibäder, sowie ein Hallenbad. Es dürfte eines der größten Bäder Frankens sein.

 

Auch ein Spaziergang in die Wehranlagen lohnt, denn dort fließt ein Seitenarm des Mains, der Saumain.

 

Schweinfurt liegt im fränkischen Weinland, deshalb wird Wein getrunken. Ein Gläschen Silvaner bietet am Abend einen schönen Abschluss des Tages, besonders, wenn es in einer Gartenwirtschaft serviert wird.

 

Weitere Informationen und Bilder folgen.