Yogyakarta

Yogyakarta oder auch Jogjakarta, von den Einheimischen einfach Yogya genannt, eignet sich für einen mehrtägigen Aufenthalt. Die Stadt selbst ist leidlich hübsch, einigermaßen überschaubar und das Zentrum für Batik.

In der Nähe der Stadt liegen einige bedeutende Ziele, wie zum Beispiel der buddhistische Tempel Borobodur. Über der Stadt thront der mächtige und hochaktive Vulkan Merapi, der das Leben der Menschen nachhaltig beeinflusst.

Borobodur

Diese Tempelanlage, erbaut zwischen 750 und 850, ist eines der bekanntesten Bauwerke der Insel. Zumindest beeindruckt es durch seine Ausmaße. Etwa 110 Meter misst die Kantenlänge der quadratischen Pyramide. Ungefähr 2.000.000 Steinblöcke (= 55.000 Kubikmeter Stein) wurden verbaut. Es gibt 3 Ebenen (Welten) mit verschieden Terrassen.

Die unterste Ebene - Kamadhatu - ist eine Sockelwand mit Reliefs. 2.500 weitere Reliefs, die meisten aus dem Leben Buddhas befinden sich auf der zweiten Ebene - Rupadhatu. In der Mitte der dritten Ebene - Aruphatu - erhebt sich die zentrale Stupa, darum herum 72 aus Gittersteinen bestehende Stupen, in deren Inneren sich Buddhastauen befinden (bzw. befunden haben).

Und natürlich sind die fremden Riesen wieder ein beliebtes Fotomotiv

Ein paar Kilometer weiter, im beschaulichen Dorf Pawon, wird ein Kaffee hergestellt, der durch den Schauspieler Jack Nicholson bekannt geworden ist. In "The Bucket List", in Deutschland unter dem Namen "Das Beste kommt zum Schluss" erschienen, trinkt er wohl die eine oder andere Tasse. Ich kenne den Film nicht, habe aber ebenfalls eine Tasse getrunken. Ich würde meinen, dass der Preis (in Europa kostet das Kilogramm Bohnen um die 220,00 €) nicht wirklich gerechtfertigt ist. Obwohl, der Kaffee schmeckt gut, er ist aromatischer als "normaler" Kaffee. Und da er auch kein Loch in die Reisekasse reißt, kaufen wir ein Päckchen. Bald ist Weihnachten.


Iis erzählt auf der Weiterfahrt, dass sie das Schlimmste befürchtet hat, als sie uns am Flughafen abgeholt hat. Ich hätte so seriös geguckt, sagt sie. Nach 30 Stunden Flug kann ich nur seriös gucken, antworte ich. Wir lachen. Dann erzählt sie von anderen Reisenden, deren Ansprüche "so hoch seien". Sie meint, in vielen größeren oder kleineren Gruppen hat sie ein paar Lästerer dabei, die erwarten, dass Java so sei, wie Deutschland. Es macht wirklich Spaß mit den beiden unterwegs zu sein.

Sultanspalast & Prambanan

Yogya ist eines von noch zwei existierenden Sultanaten. Der Sultan hat in etwa die Stellung eines Gouverneurs. Der Vater des jetzigen Amtsinhabers hat große Teile der Gartenanlagen freigegeben, damit dort Wohnraum entstehen kann. Zur Stadtrundfahrt gehört natürlich ein Besuch des Palastes. Auch der jetzige Sultan sei bescheiden, erzählt unser Guide. So fahre er lieber mit dem Fahrrad, als mit dem Auto.


Zu sehen sind der Palast, ein Gamelan-Orchester und Kinder, die sich unbedingt fotografieren lassen wollen. Von der Stelle, von der wir den Swimmingpool betrachten, haben die Sultane in früheren Zeiten Blumen auf ihre auserwählte Lieblingsharemsdame geworfen. Angeblich jedenfalls. Ich weiß nicht, wie weit man Blumen schmeißen kann.